Regulierung

Green Claims: Richtlinienvorschlag und geltende Regeln

Was beim Green-Claims-Vorschlag noch offen ist, welche EU-Verbraucherregeln seit September 2026 gelten und wie Unternehmen Umweltaussagen belegen.

Techniker prüft eine Papierformteil-Verpackung mit einem Messschieber

Stand 20. Oktober 2026 ist die Green Claims Directive weiterhin ein Richtlinienvorschlag. Davon zu unterscheiden sind die bereits beschlossenen EU-Regeln zur Stärkung der Verbraucher, die seit dem 27. September 2026 anzuwenden sind. Unternehmen sollten ihre konkreten Umweltaussagen anhand der geltenden Vorgaben prüfen und nachvollziehbar belegen.

Welchen Status hat die Green Claims Directive?

Die Europäische Kommission führt den Green-Claims-Vorschlag weiterhin als anhängig. Die vorgeschlagenen Nachweis- und Prüfverfahren sind keine bereits geltende allgemeine Zertifizierungspflicht. Ein früher erwarteter Zeitplan ist deshalb keine verbindliche Umsetzungsfrist.

Welche Verbraucherregeln gelten bereits?

Die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel ist ein eigener, beschlossener Rechtsakt. Ihre Regeln sind seit dem 27. September 2026 anzuwenden und stärken den Schutz vor irreführender Umweltwerbung. Prüfen Sie für Ihre Aussage die einschlägige nationale Umsetzung.

Die konkrete Aussage belegen

Legen Sie fest, auf welches Produkt, welche Tätigkeit und welchen Zeitraum sich eine Umweltaussage bezieht. Bewahren Sie Quelldaten, Berechnung und Annahmen gemeinsam mit der freigegebenen Formulierung auf. Ein Ergebnis für einen Standort darf nicht ohne Begründung auf das gesamte Unternehmen übertragen werden.

Eine gesammelte Menge ist beispielsweise noch kein Nachweis für eine recycelte Menge. Prüfen Sie die tatsächliche Behandlung und benennen Sie relevante Einschränkungen.

Fünf Prüfungen vor der Veröffentlichung

  1. Eine konkrete Aussage mit klaren Grenzen formulieren.
  2. Datierte Belege und Berechnung hinterlegen.
  3. Bei Vergleichen die Ausgangsbasis nennen.
  4. Auch Bilder, Siegel und Einschränkungen mitprüfen.
  5. Eine verantwortliche Person für die Aktualisierung festlegen.

Diese Schritte unterstützen einen kontrollierten Veröffentlichungsprozess. Welche rechtlichen Anforderungen im Einzelfall gelten, muss gesondert beurteilt werden.

Nachvollziehbare Aussagen ermöglichen

Verbinden Sie veröffentlichte Aussagen mit Belegen, die Ihr Team wiederfinden und erklären kann. Präzise Angaben zu gemessenen Ergebnissen sind hilfreicher als pauschale Versprechen. Strukturierte Abfalldaten können die Prüfung vor einem Bericht oder einer Kampagne unterstützen.

Sie können Ihre Auswahl jederzeit über „Cookie-Einstellungen“ im Footer ändern.